Holon-Institut

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Ulmentanz

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Der Ulmentanz als Kreistanz ist fester Bestandteil unserer Seminare, workshops und in unseren Hospiz-Ausbildungsgruppen sowie zu jedem Vollmondtag. Der Tanz stärkt unser Bewusstsein für das, was auf unserer Erde geschieht, verbindet uns mit allen Lebewesen und frischt unsere Intention, an den Prozessen für eine zukunftsfähige Welt mitzuwirken immer wieder neu auf. Meistens tanzen wir den Ulmentanz zu Beginn, oft auch am Ende einer Veranstaltung.
Dieser Kreistanz wurde wie so viele andere Kreistänze von der inzwischen verstorbenen Künstlerin Anastasia Geng kreiert und basiert auf den Worten der lettischen Lead-Sängerin der Gruppe "Perkons" (Donner), Ieva Akuratere. Anleitung Ulmentanz

Der Text des Liedes ist in lettischer  Sprache verfasst. Dazu muss man wissen, dass die lettische Sprache über viele Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende keine geschriebene Sprache war, sondern nur mündlich - oral - weitergegeben wurde. Erst im 17. Jahrhundert wurde die erste Grammatik verfasst. Wie in vielen anderen auf animistischem Glauben beruhenden Kulturen, in denen die Jahreszeiten und die Naturkräfte eine große Rolle spielten, hatten die Wort oft eine doppelte Bedeutung und Betonung. Diese Doppeldeutigkeit war vor allem zur Zeit des Stalinismus und auch noch in der Sowjetunion während der Befreiuungskämpfe der Letten für einen unabhängigen Staat besonders wichtig, weil Dinge direkt anzusprechen, die Menschen oft in große Schwierigkeiten gebracht hätte. Lettland wurde 1991 unabhängig. Das Lied von Ieva Akuratere wurde für die lettische Bevölkerung zu einem wichtigen Symbol für ihren Kampf um Unabhängigkeit und die wahre Bedeutung der Worte versteckten sich hinter einem gefühlvollen Text für das Leben. Es endet mit den Worten: "Deshalb meine Freunde, lasst niemand wissen, wie ich mich fühle."

Weshalb der Ulmentanz in unserer Arbeit eine so starke Symbolkraft entfaltet ist auf der Webseite von Joanna Macy (s.o.) und ihrer Geschichte über ein Seminar, das sie im Herbst 1992 in Nowosybkow, in der Nähe von Tschernobyl, hielt, eindrücklich beschrieben.

Ulmentanz am Vollmondtag
Es ist der 18. November 2001 auf unserer Pilgerreise um die Welt (vgl. unser Buch "Ein Stern sei mein Wagenlenker") - wir sitzen mit John Croft und seiner damaligen Lebensgefährtin Vivienne Elanta (gestorben 2004 an einem Gehirntumor) von der Gaia-Foundation in Perth, in einem kleinen Cafe in Fremantle, der vor Perth gelegenen Hafenstadt am Indischen Ozean. Draußen ist es laut, hektisch, deutsche Blas- und Trommelmusik, junge Kadetten in Uniform und Säbel und ein großer LKW, der die Yacht "Australia II", die den Admiral's Cup gewann, durch die Straßen bugsiert - es ist der Tag des Fremantle-Festival und John hält noch am selben Abend einen tiefenökologischen Vortrag beim Umweltfilmfestival das zur selben Zeit stattfindet.
Wie so das Leben um uns herum braust und tobt sitzen wir wie unter einer Glashaube im Cafe und machen uns Gedanken darüber, wie das Leben wohl sein würde, wenn uns all die elektronischen Medien nicht mehr zur Verfügung stünden. Wie können wir uns trotzdem miteinander verbinden ohne Email und Internet? Wie können wir ein weltweites Energiefeld schaffen, das uns in unserer gemeinsamen tiefenökologischen Arbeit stärkt und unsere Intention aufrecht hält? Es vergehen mehrere Tage des Nachdenkens und Planens. Etwa vier Wochen später treffen wir uns in Perth mit Vivienne und John wieder und erzählen von unseren Erlebnissen in der Zwischenzeit. Wir kommen mit der Idee zusammen, den Ulmentanz als gemeinsames weltweites Symbol für unsere Verbundenheit zu tanzen und zwar zu jedem Tag des Vollmondes. Geschieht das überall auf der Welt um 20.00 Uhr Ortszeit und beginnen wir damit in den Ländern nahe der Datumsgrenze, zu der wir 24 Stunden später, wenn die Erde sich einmal um sich selber gedreht hat, zurückkehren, dann bedeutet das, der Ulmentanz wurde einen ganzen Tag lang - 24 Stunden lang getanzt. Wir kreieren damit eine "neue" Songline für unsere Absicht, uns für eine friedliche Welt einzusetzen. Ich erzähle Vivienne, Barbara und John von meinem Traum mit einem Vogel - dem Zaunkönig. Vivienne schmunzelt und erzählt von ihrem ähnlichen Traum, in dem ebenfalls ein Zaunkönig vorkam, der in Australien auch vorkommt. Auf Englisch heißt Zaunkönig = wren - der Name für unser weltweites verbindendes Energienetzwerk war gefunden und wir haben unsere Traumzeit Wirklichkeit werden lassen = Wwren - Worldwide Reconnection Exchange Network.

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Termine 2015 Ulmentanz